Funkenfeuer
Pünktlich zu Beginn der Fastenzeit, am Sonntag nach Ende des Faschings, erleuchten jedes Jahr imposante Funkenfeuer an exponierten Stellen den Allgäuer Nachthimmel. Der alemannische Brauch aus grauer Vorzeit soll - symbolisiert durch eine Strohhexe - den Winter vertreiben und böse Geister abwehren. Andere Überlieferungen schreiben ihm Fruchtbarkeitsriten und keltische Brandopfer zu.
In Blaichach wird es den "Funkenbauern" nicht leicht gemacht, denn sie müssen gleich mit mehreren "Feuern" im Gemeindegebiet konkurrieren. Hier findet gleich 3 Mal der Brauchtum statt. So werden in den Ortsteilen Ettensberg „Am Reuteweg“, in Bihlerdorf „Am Hursch“ und in Gunzesried „Am Plercha“ Funkenfeuer errichtet.
Schon Wochen und Monate vorher werden Holzvorräte gesammelt. Am Funkenplatz werden sie dann zu einem großen Haufen aufgeschichtet. Je höher der Funken - desto besser. In die Mitte des Haufens wird die sogenannte "Funkenhex" befestigt. Sobald es dunkel wird, wird dann der Funken mit brennenden Fackeln entzündet. Nun beweist sich die Kunst der Funkenbauer: Je länger der Funken braucht, um ganz abzubrennen, desto besser wurde er gestapelt. Die Vernichtung der "Funkenhex" ist der Höhepunkt des Brauchtums. Anschließend wird mit heißem Glühwein und frischgebackenen "Funkenkiechla" weitergefeiert (siehe Rezept).
Termine 2012:
Funkenfeuer in Bihlerdorf: 26.02. um 19:00 Uhr am Hursch
Funkenfeuer in Ettensberg: 26.02. um 19:00 Uhr am Reuteweg
Rezept für Funkenküchle (auch Pfosen genannt)
Zutaten:
1/8 l Milch
500 g
Mehl
40 g Hefe
80 g Zucker
70 g Butter
2 Eier
1 Prise Salz
und ein wenig Zucker zum Bestreuen der fertigen Kiechla.
Zubereitung:
Man lässt die Hefe in ein wenig lauwarmer Milch gehen, gibt sie dann mitten in das mit dem Zucker vermischte Mehl und lässt den Teig weitere 30 Minuten ruhen. Als nächstes kommen Butter, Eier und die übriggebliebene Milch sowie eine Prise Salz dazu. Man verknetet alles gut miteinander bis der Teig Blasen wirft. Nun lässt man ihn nochmals eine Stunde gehen und schneidet dann große, ovale Stücke ab, die man auf ein mit Mehl bestreutes Brett setzt und wieder eine halbe Stunde ruhen lässt. Dann werden die Kiechla geformt: man zieht den Teig unter ständigem Drehen von der Mitte her nach außen, so dass sich außen ein starker Rand bildet, das runde Innenfeld aber hauchdünn wird. Die Kiechla müssen sofort im schwimmenden Fett herausgebacken und noch heiß mit Zucker bestreut werden.
GUTEN APPETIT!!